Posts mit dem Label Gas an Bord werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Gas an Bord werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

(Gas-)Flasche leer

Noch so ein Ding... die Sache mit dem Gas auf dem Boot. Gas brauchen wir auf der Ikoko, um zu kochen. Auch mit dem Gas ist nicht alles immer so einfach, wie mit fast allen Dingen auf dem Boot.

Langsam wird es Frühling. Gaaaanz langsam. Was das mit Gas zu tun hat? Nichts. Wir wollten nur ein schönes Foto posten.


Unsere Gasflasche lebt im Cockpit, in einem abgeschlossenen Raum mit Entlüftung nach außen. An dem Schlauch, der nach innen ins Boot geht - im Boot ist es dann einen Kupferleitung - hängt ein Regulator und der Fernschalter für den Ein-und Ausschalthebel in der Küche. Alles ganz schön komplex und muss natürlich alles TÜV-mäßig seine Ordnung haben - für die Versicherung.

Putzen könnten wir hier auch mal wieder. ;-)


Vielleicht könnt ihr euch noch erinnern, dass wir letztes Jahr auf dem Weg hier her an der ganzen Küste nach einem Refill unserer Gasflasche gesucht hatten. Nix ging irgendwie. Mittlerweile haben wir auch eine französische Gasflasche mit Butan im Schiff liegen. Die passt aber auch nicht. Auch nicht die Euroadapter, die uns unser Freund Michael A. schickte. Das ganze Gaserlebnis gipfelte dann in Porto in einer Reihe von Geschehnissen, weil wir nun unbedingt Gas haben wollten. 

Wir fanden uns an der Pforte einer Raffinerie wieder, weil die dort angeblich Gas auffüllen würden, mit Händen und Armen diskutierend stehen wir in einem kleinen Gasgeschäft, schleppen unsere Flasche bei 30 Grad kreuz und quer von einer Tankstelle zu anderen... mit den unbedingten Willen genau jetzt und heute wieder Gas zu haben. Das ganze gipfelte dann darin, dass wir in einem Taxi einen Unfall bauten. Totalschaden auf einer Kreuzung. Ganz klassisch. Menschenauflauf inklusive. Weil diese Geschichte geradezu nach Stefanies emotional ehrlichen Schreibkünsten schreit; der längere Bericht in einigen Tagen hier auf sfab. Absolut lesenswert :-). Muss ich nur noch ins Englische übersetzen.

Sooooo. Und jetzt geht das mit dem Gas in die zweite Runde. 5 Monate hat die letzte Füllung gehalten. 

Vorgestern morgen war es dann wieder soweit. Flasche leer. Ich, Kosta hatte gerade meinen ersten Kaffee zelebriert - kochenderweise mit Bialetti und Co. 7:30 ist da immer so meine Zeit. Mit dem ersten leckeren Kaffee sitze ich dann vor dem Computer und lese die ersten Emails und stimme mich auf meinen Arbeitsvormittag ein. Irgendwann gegen 9:30 höre ich dann meistens die zwitschernde Stimme meiner Stefanie durch die zwei geschlossene Türen, die den Salon von unseren Schlafgemächern trennen. Damit sie während meiner Telefonate nicht wach wird. "Hallooooooo" zirpt es dann. Das ist dann immer Tea-Time. Türen auf, ins Schlafzimmer nach vorne ins Boot gestürmt: "Guten Morgen meine Süße....". Zurück in den Salon und Teewasser aufsetzen. Tee ans Bett..... Nur heute nicht. Denn nach einer Minute - das Wasser war noch nicht mal lauwarm - ging das Gas aus. Mist. 

Stefanie hielt dann auch nichts mehr im Bett. KEINEN TEE? Sehr schlecht. Aber wir haben ja noch die volle französische Gasflasche. Wie wir die anschließen sollen wissen wir nicht, weil die Adapter nicht passen. Was also liegt näher als rüber zu Lou-Lou zu gehen. Lou-Lou ist Franzose und lebt auf seinem Katamaran mit Frau Francoise und Hund Marissa (eine zuckersüße portugiesische Wasserhündin). Der wird schon wissen wie das geht. Lou-Lou kommt dann auch gleich. Als Franzose weiß er natürlich um das Drama, wenn es morgens keinen Kaffee oder Tee gibt. Wenn es ums Essen und Trinken geht, dann muss da gleich was gemacht werden. Aber selbst Lou-Lou konnte auch nach mehrmaligen am (Glatz-)Kopf kratzen keine Lösung finden.

Die französische Gasflasche. Die geben wir jetzt weg. 



Und einige der Adapter, die alle nicht passen. 

Stefanie war nun in Fahrt und ist gleich mal durch Wind und Regen in die Stadt gelaufen. Zu einem kleinen Gasladen. Die wussten aber auch keinen Rat, außer das sie mal zu einem anderen Gasladen gehen sollte. Das ist dann die Firma Galp. Das ist ein Konzern, der ganz Portugal mit Gas versorgt. Auch die Raffinerie in Porto war von Galp. Nette Geschichte am Rande. Im Laden lernte sie David kennen. David hat 4 Jahre in Österreich gelebt und spricht gut Deutsch. Seine Freundin ist auch ganz süß. Heute waren wir wieder da und haben gequatscht. Nächstes Wochenende haben wir uns verabredet. Kaffee mit neuem Gas auf unserer Ikoko. 

Bei Galp wurde Stefanie geholfen. Ein Techniker schaut mal bei uns vorbei. Und zwar um Punkt 17:30 am gleichen Tag. Hä? Hier in Portugal gibt es Termine? Na da sind wir mal gespannt. 

Und was war? Punkt 17:30 stand Daniele von Galp vor unserem Boot und hat sich das mal alles angesehen. Druck hier und da. Portugiesisches, französisches, deutsches System. Warum nur sind die Gewinde der deutschen Anschlüsse linksdrehend und nicht rechtsdrehen wie im jeden anderen Land? Mmmhhh. Grübel und noch mehr Grübel.* Da hilft nichts. Wir entschließen uns unser System auf Campingaz umzustellen. Da dürften wir dann in Zukunft keine Probleme mehr haben. Diese blauen Flaschen gibt es überall. 

Obwohl... Daniele grübelte noch einmal. Er wolle versuchen, unsere Gasflasche trotzdem aufzufüllen. Mit dem Versprechen morgen um die gleiche Zeit wieder hier zu sein. Entweder mit voller Gasflasche oder eben nicht. Auf jeden Fall würden wir morgen Gas haben. Weil.... ohne kochen... das geht nicht. Auch nicht für Portugiesen!

Fast Forward. Vor zwei Stunden war Daniele dann da. Mit voller Gasflasche. Ich glaube, so voll war die noch nie. 30 Euro wechselten den Besitzer und 5 Euro als Tip für Daniele. Was wir nicht wussten: Er hat das nicht über die Firma Galp gemacht, sondern "privat" die Flasche irgendwo hingebracht und dort wurde sie dann gefüllt. Deswegen war er auch gar nicht so offiziell da. Aber alle bei Galp im Büro haben super mitgemacht. Also war es doch irgendwie offiziell. Aber auf Campingaz stellen wir trotzdem um. Daniele macht das in den nächsten Monaten mal, wenn er wieder Zeit hat. Ganz offiziell mit Zertifikat. Damit auch alles seine Richtigkeit hat. 

Der erste Tee mit neuem Gas schmeckt übrigens gerade uns beiden ziemlich gut. Auch sonst ist alles gut auf der Ikoko. So langsam geht es wieder los mit Projekten am Boot. Dazu mehr in nächste Woche.