Montag, 6. Januar 2014, sonniges
Wetter, aber ordentlicher Schwell im zweiten Hafenbecken in der
Marina in Portimão. Komisch das. War doch kein Jewitter in den
letzten Tagen. Uns war auch nichts Ähnliches vom Atlantik bekannt.
Das Jewackel war auch nicht witzig. Zeitweise standen wir auf dem
Steg, um eventuelle notwendige zusätzliche Leinen an Boot und Stege
anzubringen.
Ein Nachbar erzählte uns dann von
unheimlich und ungewohnt riesigen Wellen vorn am Strand. Alles unter
Wasser, Betonpier nicht mehr zu sehen.
DAS muss ich mir ansehen. Kamera
geschnappt und nach vorn gewetzt. War leider schon Abenddämmerung –
ich Depp denk erst jetzt dran, und nicht noch bei Tageslicht. Naja,
wir werden sicher noch das eine oder andere Unwetter mitbekommen.
Hier ein paar Eindrücke. Leider dunkel
und verschwommen. Nachtaufnahmen ohne Stativ sind nicht meine Stärke.
Und der Blitz hätte auf diese Entfernungen nichts ausrichten
können. Sorry. Somit bekommt Ihr nur eine vage Vorstellung von den
Ausmaßen und Höhen der Wellen.
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| Da hinten kommt sie, die große Welle. Eine von vielen. |
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Kran und Taucher arbeiten unter Hochdruck
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| Da parken normalerweise Autos |
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Dieser Weg ist normalerweise höchsten mit Strandsand etwas verweht
und führt 400 Meter direkt zum roten Leuchtturm |
In der Marina selber gab's in unserem Becken größere Schäden zu melden. Einen Steg weiter brachen drei
Finger (Stegausläufer, wo die Boote zusätzlich festgemacht werden
und wo man zum Boot ein und vom aussteigt). Hier haben die Marineros
insgesamt vier Boote (2x Motor und 2x Segel) ins andere Becken
verlegen, dort war es ruhiger und für die Größe der Boote sicherer. Das tut schon weh zu hören, wenn große, schöne Schiffe ohne Fender in regelmäßigen Abständen und bei einem Meter Schwell aufeinaner krachen.
Der Besuchersteg ist ebenfalls
abgebrochen. Dummerweise ist dort auch die Tankstelle. D.h. die
Marineros haben bis spät in die Nacht mit Kran und Tauchern den Steg
provisorisch festmachen müssen, damit die Dieselleitung nicht reißt.
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| provisorische Reparatur des Besucher- und Tankstegs |
Der gegenüberliegende Steg ist
ebenfalls abgerissen. War nicht ungefährlich, da der lose Teil auf
die Boote trieb.
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| Da walten noch immer die Naturkräfte |
Bei uns selber hielt sich der Schaden
in Grenzen. Eine Pollerhalterung mit Holz verkleidet wurde durch das
Schubbern der Festmacher regelrecht zerbröselt. Naja, jetzt wissen
wir wenigstens, wie das von innen aussieht und aufgebaut ist.
ABER: Den größten Verlust hat die
Kombüse zu vermelden: Zwei von unseren drei Kräutertöpfen sind über
Bord gegangen!!! Da hab ich die von Vlissingen und von Guernsey bis
hierher geschafft zu transportieren, zu pflegen und dann, im Hafen,
da gehen sie unter. Was ist das DOOF!!!!! Hab auch überhaupt nicht
daran gedacht, die mal in Sicherheit zu bringen. Nun, das werde ich
verkraften.
Morgen kauf ich neue Pötte. Die werde
ich dann an Deck festnageln! :-) Nein, krieg ich sonst Ärger mit dem
Skipper, weil die dann mit Sicherheit beim nächsten Törn im Weg
stehen.....
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Auch Kooki (unser Beiboot) konnte den Verlust nicht aufhalten
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Am nächsten Tag bei Tageslicht sah es am Strand und Umgebung dann so aus:
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| Jetzt ist viel Sand vom Meer herangespült worden |
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| Die öffentlichen Toiletten und Umkleidekabinen wurden regelrecht wegegepült |
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| Hier flaniert man normalerweise entlang zwischen Strandbar und der Restaurants |
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| Von der Strandbar ist nicht mehr viel übrig |
Und noch einen Tag später dann wieder so:
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| Bagger haben den Sand wieder an seine Stelle geschoben |
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fleißige Hände mit Schaufeln und allerhand Werkzeugs haben wohl
über Nacht alles sauber geschaufelt |
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| Fast wie neu |
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| Die letzten schuften noch |
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| Die zwei vorderen Palmen waren ausgespült und umgefallen |
Fleißig, die Portugiesen. Sehr
fleißig.
Und die Surfer sind auch schon wieder
im Wasser und in den Wellen verschwunden.....aber sie tauchen auch
wieder auf.
Nicht so, wie die Spanier, die am Montag
am Strand spazieren gehen, mal eben einen Verdauungsspaziergang
machen und dann nicht mehr zum Kaffee zurückkehren.
Ist das nicht seltsam? Mama, wir gehen
mal eben ne Runde an den Strand......und sie kamen nie
wieder......ein furchtbares Erlebnis für die Daheimgebliebenen!!!!
Natürlich auch sehr riskant oder naiv oder dumm, bei diesem Wetter
und DIESEN Wellen am Strand spazieren zu gehen, aber
dennoch.......sehr tragisch das Ganze....ich denke noch immer an
diese spanische Familie. Meine Gedanken sind bei den
Zurückgebliebenen.
Als ich an dem Abend an dem Strand
fotografiert habe, ich war wirklich weit weg, kam das Wasser bis zu
meinen Füßen.....ganz leise, ganz flach zwar, aber immerhin. Ich
habe es nicht bemerkt, stand sicher, aber ich war voll auf's
Fotografieren konzentriert und war in eine ganz andere Richtung
fixiert.....und da läuft mir das Wasser um die Stiefel. Tückisch,
sehr tückisch. Ich bin dann lieber wieder zurück, war eh zu dunkel zum Knipsen.
An den nächsten Tagen war der Strand
dann voll mit Muscheln und allerhand anderem Strandgut.
Zum ersten Mal fand ich dann endlich
eine vollständige Riesenmuschel. Sonst gab's immer nur Splitter und
Reste, so dass man nur eine Ahnung von der tatsächlichen Größe
bekam. Und dann endlich ein ganzes!! Toll, ich freu mich. Allerdings
denke ich, in der Karibik und den Bahamas lach ich dann über die
vermeintliche Größe....da gibt’s wohl andere Kaliber. Egal, ich
bin jetzt hier und hier findet man eben nur diese Exemplare am
Strand.
Und ein paar andere schöne
Naturgeschöpfe:
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| nicht ganz Natur, aber immerhin von Natur bewachsen |
Eine schöne Zeit wünschen
stefanie. & Kosta