Und heute mal wieder ein Beitrag für die Bootsfahrer unter uns:
Jeder
Bootseigner kennt das Problem. Auch wenn das Boot auf dem ersten
Blick einwandfrei aussieht: Fällt der Blick ins Wasser, erwartet den
Betrachter bei so manchem Boot ein unschönes Bild aus Algen und
sonstigen Wasserorganismen, die sich am Bootsrumpf festgesetzt haben.
Doch die Optik ist nicht einmal das Hauptproblem. Der Anwuchs macht
das Schiff schwerer, erhöht den Strömungswiederstand und macht so
das Boot nicht nur langsamer sondern auch schwerer zu manövrieren.
Die hartnäckige Belagerung von Unterwassertieren führt im Verlaufe
der Zeit zu großen Schäden im Unterwasserbereich. Der Anstrich mit
Antifouling ist dabei eine gute Vorbeugung, denn er verhindert den
Anwuchs von Wasserorganismen an den Rumpf. Die große Auswahl an
Antifouling-Produkten und insbesondere die Kompatibilitätsprobleme
zwischen Diesen kann verschiedene Fragen aufwerfen. Der Online-Shop
für Bootsausrüstung 12seemeilen.de hat uns daher einen Beitrag zur
Verfügung gestellt, in welchem der richtige Umgang mit Antifouling
erläutert wird. Dabei wird auf die wichtigsten Kriterien bei der
Wahl des richtigen Produktes ebenso eingegangen wie auf die
Vorbereitungen und den Anstrich selbst.
Keine
Qual dank richtiger Wahl
Die
Auswahl an Antifouling-Produkten ist groß. Das Material des
Schiffes, das Gewässer und gar die Geschwindigkeit des Bootes haben
Einfluss auf die Haltbarkeit des Antifoulings und sollten daher beim
Anstrich berücksichtigt werden. Im folgenden werden die wichtigsten
Einflussfaktoren erläutert.
Material
Nicht
jedes Antifouling ist für jedes Material geeignet. Ein Großteil der
Antifoulings haftet auf GFK, Holz und Stahl, doch bei Edelstahl oder
Aluminium ist das Angebot gering.
Anstrich
Ein
sehr gleichmäßiger Anstrich kann durch Aufspritzen erzeugt werden.
Jedoch ist dies nicht mit allen Antifoulings möglich. Der Anstrich
mit einer Farbrolle oder einem Pinsel ist jedoch bei allen gängigen
Antifoulings möglich. Die Rolle sollte dabei die erste Wahl sein,
denn der Auftrag wirdglatter und hinterlässt keinen Pinselstrich.
Speziell bei hartem Antifouling gilt: Je glatter der Anstrich ist,
desto besser verhindert er den Bewuchs. Unebenheiten
bieten Meerestieren eine bessere Möglichkeit sich festzusetzen.
Geschwindigkeitsgrenze
Abtifouling
lässt sich in zwei Varianten einteilen. Zum einen existiert
polierendes und zum anderen hartes Antifouling. Die polierende
Variante gibt stetig ein Biozid ab und hält so die Wasserorganismen
fern. Hartes Antifouling hingegen bildet eine harte Schicht. Durch
eine besonders glatte Oberfläche verhindert sie den Bewuchs. Das
polierende Antifouling wirkt insbesondere dann, wenn das Boot in
Bewegung ist. Für Boote mit langen Standzeiten ist ein hartes
Antifouling also die bessere Wahl. Zu schnelle Fahrt ist für das
polierende Antifouling jedoch ebenfalls nicht gut. Hier lösen sich
die Biozide zu schnell auf und das Boot verliert seinen Schutz.
International gibt daher für ihre polierenden Produkte eine Grenze
von 25 Knoten an.
Bewuchsverhältnisse des
Gewässers
Die Regel hierbei ist einfach:
In Wasser mit stärkeren Bewuchsverhältnissen braucht das Boot einen
stärkeren Antifouling-Anstrich. Viele Hersteller geben daher die
Stärke des Antifoulings an. Ab Wann ein Gewässer starke
Bewuchsverhältnisse aufweist, bleibt jedoch vage. Eigene Erfahrungen
oder Erfahrungen anderer Segler können dabei eine gute Hilfestellung
sein.
Vorheriges Antifouling
Wird das Boot mit einem anderen
Produkt gestrichen, als im letzten Jahr verwendet wurde, kann dies
die Haltbarkeit des neuen Anstriches beeinträchtigen. Eventuelle
Unverträglichkeiten sollten also vorher rnachgeschaut werden. Ist
nicht klar, welches Antifoulinjg zuletzt verwendet wurde, sollte das
Unterschiff vor dem Anstrich abgeschliffen und neu grundiert werden.
Länderspezifische Gesetze
Nicht alle Antifoulings sind in
allen Ländern zugelassen. In den Niederlanden existieren
beispielsweise um einiges strengere Regelungen als in Deutschland. Im
Zweifelsfall muss also beim Hersteller oder Händler nachgefragt
werden.
Die
Vorbereitung
Mögliche
Rückstände des alten Antifoulings sollten generell vor dem Auftrag
eines neuen Antifoulings entfernt werden. Insbesondere bei
polierendem Antifouling ist ein Hochdruckreiniger ein geeignetes
Instrument dafür. Restlicher Lack sollte mit einem 240er
Schleifpapier abgeschliffen werden. Eine Reinigung mit einem
Entfetter ist ebenfalls sinnvoll, da Öle oder Fette die Haftung des
Antifoulings verhindern können. Anschließend werden kleinere
Schäden am Unterwasserschiff mit einer Spachtelmasse ausgebessert
und der Unterwasserbereich mit einem Klebeband abgeklebt. Bevor es
losgeht, folgt nun noch der Auftrag einer Grundierung.
Der
Anstrich mit Antifouling
Ein
mehrkomponentiges Antifouling wird gemäß den Verpackungsangaben
gemischt. Das Antifouling muss gut umgerührt werden. Unabhängig
davon welches Streichwerkzeug gewählt wird, ist darauf zu achten,
dass es Resistent gegen Lösungsmittel ist. Haarenden oder
verschmutzten Werkzeuge sollten ebenfalls vermieden werden. Diese
müssen zudem absolut trocken sein, da Wasser zu Blasenbildung führt.
Zu beachten ist, in wievielen Schichten das Antifouling aufzutragen
ist und wie lange die Trocknungszeiten zwischen den Schichtaufträgen
und vor dem Slippen betragen sollen. Diese Angaben befinden sich in
der Regel auf der Produktverpackung. Bedenken Sie, dass Kälte und
erhöhte Luftfeuchtigkeit die Trocknungszeit erhöht. Hohe
Temperaturen hingegen verkürzen die Trocknungszeit und können den
Anstrich erschweren. In diesem Fall empfiehlt sich eine Verdünnung.
Diese kann ach für die leichtere Verarbeitung und Reinigung der
Arbeitsgeräte verwendet werden. Hierbei muss auch auf entsprechende
Kompatibilität geachtet werden.
Ebenfalls
müssen Außenborder, Propeller, Saildrives, Kiele und Bugstrahler
mit Antifouling behandelt werden, da Anwuchs hier zu beträchtlicher
Einschränkung des Antriebs sorgen kann. Diese Stellen sind mit
Pinsel und Farbroller eher schwer zugänglich. Daher ist Antifouling
ebenfalls in einer Sprühdose erhältlich, welches den Auftrag
vereinfacht. Opferanoden gehören jedoch vorher abgeklebt. Diese
sollten schließlich nicht überstrichen werden.
Checkliste:
- Hochdruckreiniger oder 240er Schleifpapier
- Reinigungsmittel
- Spachtelmasse
- Klebeband
- Spachtel
- Grundierung
- Farbrollen, Pinsel oder Spritzdüse
- ev. Verdünner
- Antifouling
- Antifoulingspray
Sicherheit:
- Atemschutzmaske / Aktivkohlemaske; in schlecht belüfteten Räumen: umluftunabhängiges Atemschutzgerät
- Schutzhandschuhe
- Overall
- Schutzbrille
Schaut euch doch einfach mal bei 12seemeilen.de um, oder ruft einfach dort an. Das Team um Holger Wieland und Martin Odenkirchen hat richtig viel Ahnung und der Service kommt auch nicht zu kurz.
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