O Córdoba o Córdoba, was bist Du doch so wunderbar! (im Juli 2014)

Ganz so chaotisch haben wir das Boot
natürlich nicht verlassen. 
Heute erzähle ich von unserer ersten Etappe unserer kleinen Europatour mit dem Auto, Hund und Zelt. Der Bootsmotor steht also wieder im Boot an Ort und Stelle, ist aber nicht angeschlossen. Steht nur drin.

Neues am Rig ist auch da und installiert. Solarpaneelhalter ist nicht da. Bleiben nun solange in der Fabrik, bis wir zurückkommen. Das Unterschiff ist ausgebessert, das Antifouling kommt erst drauf, wenn wir wieder zurück sind.



Sonst gibt es Risse duch zuviel Trockenheit und dann kann man es gleich nochmal drauf malern. Ankerwinsch ist dran, musste noch eine neue Platte geschweisst werden, weil die neue kleiner ist als die alte.....



Jetzt passt auch die neue Winsch drauf!


außerdem hakte die Kette an der neuen Winsch. Fand man heraus, dass die alte nicht kalibriert ist. Also noch eine neue her. Zum Glück hatte die Werkstatt eine neue, zwar für einen anderen Kunden bestellt, im Lager. Die haben sie uns gegeben. Leider ist sie nur 100 Meter lang. Dafür kalibriert. Die alte liegt nun bei denen in der Werkstatt und wartet auf einen Käufer. Aber unkalibiriert wird das schwierig. Naja, egal. Wir sind jedenfalls nochmal 250€ ärmer. Dann haben wir das Boot mit einer braunen gewebten Gartenplane abgedeckt, damit das Deck in der Sommersonnenhitze nicht so ausdörrt. War auch wieder eine Herausforderung zwischen Theorie und Praxis, gewürzt mit nicht ausgereifter Kommunikation.
Naja, irgendwie hatten wir sie dann mit gefühlten hundert Kabelbindern dran.

Und dann war alles im kleinen Mietauto verstaut und wir konnten endlich gen Süden losfahren. ENDLICH!!!! Endlich wieder was sehen und erleben!!!!! Yipppieh!!!!

Juchuuuuhhh, wieder auf einer Autobahn. Mal wieder in einem Auto lange Strecken fahren!
Ab auf die Autobahn Richtung Córdoba. Die war leer. Gähnend leer. Hab ich erwähnt, dass die meisten Abschnitte nur gegen Gebühr befahren werden dürfen? Wahrscheinlich bezahlt von der EU und die EU will diese Ausgaben nun natürlich zurück haben. MAUT nennt sich das. Hier wird MAUTgebühr verlangt auf der gut ausgebauten Autobahn. Keiner der Portugiesen fährt teure Autobahn, wenn nebenan die alte Nationalstraße entlangführt. Genau, die gibt es nämlich auch noch. Nur mal so....nebenbei.....falls das jemanden in Deutschland interessiert....Mautgebühr! MAUTgebühr......

Ordentlich ausgebaute Autobahnen. Davon träumen so manche in Europa. Die Belgier zum Beispiel.

Die Raststätten in Portugals Süden sind dagegen mehr als mau. Die spanischen auch nicht besser. Eigentlich ziemlich runtergekommen und gar nicht so als Autobahnraststätte zu erkennen; eher eine Absteige hinter einer Tankstelle. Und diese Absteigen kleben dann im Hintergrund auf den sogenannten Raststätten. Meist rot beleuchtet mit lustigen Namen wie "Corazon" oder so ähnlich. Ja, das ist hier wohl Tradition. Da möchte man(n) vielleicht absteigen, frau auf keinen Fall. Es sei denn, sie hat dort zu arbeiten....naja, lassen wir das. Der Kaffee ist ebenfalls eine Zumutung. Zumindest für von italenischem Espresso verwöhnte Gaumen. Aber Geschmack ist ja bekanntlich Geschmackssache.

Beweisphotos sind leider leider nicht vorhanden.

Und weiter geht's:

Hier gibt es unheimlich viele Windparks


Unser erstes Ziel ist nicht die Stadt Córdoba, sondern ein Campingplatz an einem Stausee ("Embalse de la Brena", kurz vor Almodvar del Rio links ab - allerdings darf man da nicht links ab und vorher geht auch kein Weg dahin und danach muss man ewig lange fahren und irgendwie kommt man nicht wirklich auf die andere Straßenseite - also unerlaubten U-Turn machen. Da haben die Spanier auch so ein Ding am Laufen mit ihren Straßenführungen, den Ab- und Auffahrten, Einbahnstraßen, Kreuzungen etc. Selbst bei Kreisverkehren kommt man nicht in alle Richtungen - alles sehr seltsam organisiert da ) in der freien Natur. Den finden wir auch auf einem Berg. Also den Campingplatz - gibt keine Webseite und keinen Eintrag in googlemaps- nur durch die Satelitenkarte konnte ich ihn wiederfinden. Schön schaut der aus. Jeder Platz mit eigenem Strom und Wasseranschluss und Blick ins Tal. Sogar hier gibt es feste Wohnwagen - Dauercamper. Wer wohnt da dauerhaft???? Es gibt einen Swimmingpool und die sanitären Anlagen sind auch sauber. Also, für mein erstes Campingerlebnis bin ich ganz zufrieden und bereit. Ja, Du liest richtig. Ich muss 44 Jahre alt werden, um das erste Mal campen zu gehen. Mit Zelt und Isomatte und überhaupt! Ich bin gespannt, was und wie das wird. Kosta hat sich ausgiebigst mit dem Kauf des Zeltes und dem ganzen Zubehör beschäftigt. Schließlich haben wir beim Decathlon ein Zwei-Mann-Zelt gekauft und eine große aufblasbare Matratze.
Mit Händen und Füßen haben wir mit dem Platzwart alles geklärt. Essen gibt es in der platzeigenen Taverne.
Der Aufbau gestaltete sich einerseits einfach, weil es sogar eine Anleitung zum Aufbau gibt - und sogar für einen fachgerechten Abbau, allerdings haben wir den Hammer vergessen und so müssen wir uns mit einem Stein abmühen, um die Heringe in den steinharten Boden zu rammen. Finger, Zehen und Heringe haben jedoch alles schadfrei überstanden.

Ja, da steht es in voller Größe, das Zelt.Unser Zelt.

Also nach getanem schweisstreibendem Zeltaufbau eine kühle Dusche und dann ab in die Taverne. Pünktlich um 18 Uhr, wie sich das für anständige Deutsche gehört :-)
Leider sprach die Bedienung kein englisch, wir noch weniger spanisch - obwohl Kosta behauptet etwas mehr zu verstehen, als es selbst sprechen zu können. Nun gut - wir haben was auf vollen Tellern serviert bekommen, Kartoffeln in Knoblauch-Joghurt-Sauce, zweimal Fleisch mit Pommes, sind nicht vergiftet oder haben eine Magenverstimmung bekommen. Geht doch. Und das Eis zum Nachtisch konnte ich mir ja aus der Truhe aussuchen. Anschließend einen kleinen Verdauungsspaziergang über das Gelände, bei feinstem Sonnenuntergang. Von einem Berg aus hat man ja eine wunderbare Aussicht über das ringsum liegende Gelände.


Ja, Sonnenuntergänge haben was an sich, nicht wahr?

Auf der einen Seite war der Stausee, auf dem sogar zwei Segelboote segelten.

Da isser, der Stausee.


Aber Vorsicht beim lauen Abendspaziergang! Hier scheint man noch auf irgendwelche Feinde zu warten, denn es liegen ganz fiese Dreieckzwecken aus natürlichem Material herum. Die gehen sogar durch dicke Sohlen durch. Ganz fies.

Unglaublich, was die Natur sich so alles ausdenkt. Wen die damit abhalten will - und von was?


Dann gab es an anderer Stelle eine große Burg(ruine)


DAs Photo ist mit einem Handy gemacht worden.....sorry für die schlechte Bildqualität.

und auf einer anderen Seite konnten wir einen Turm erkennen, dessen Spitze im Sonnenlicht sehr stark strahlte. Der war uns schon auf der Hinfahrt aufgefallen, konnten aber aufgrund des Fahrens nicht viel und mehr erkennen. Und jetzt in Ruhe vom Berg aus beobachten. Habe ich jetzt mal im Internet geforscht und tatsächlich - es ist ein Solarturm. Sehr interessant. And again what learned! :-)


Schon etwas unheimlich dieses hohe Ding da in der Ferne zu beobachten. Hat was Futuristisches, finde ich.


Leider hatte sich in der Zwischenzeit genau drei Plätze weiter eine französische Familie mit zwei
Kindern im besten Alter niedergelassen. Nicht, dass der Park Hektare groß wäre und man am anderen Ende hätte parken können, nein....und nicht, dass Franzosen ein stilles Völkchen wären. Auch Kinder sind eben laut - aber bis nachts um elf? Da wurde dann vom Grillplatz bis zum Auto alles zusammengerufen, was ging - bring die Teller, vergiss das Salz nicht, mach doch selber, ich fang Dich gleich, Du Doofmann, was weiß denn ich.....und die zwei Kinder immer schön dazwischen und Ball gespielt und fangen.....echt jetzt - ich weiß, das ist spießig, aber ich wollte Ruhe - und in Ruhe einschlafen - meine erste Nacht im Zelt - und Teddy draußen im Vorzelt. Naja, meine Lebensaufgabe ist, so scheint es, mehr Geduld zu lernen. Geduld - dafür haben wir ja auch den Teddy in unser Leben bekommen. Der reizt meine Geduld schon immens aus....und hier wollte ich nur schlafen - ja, das wollte ich und habe es dann auch getan.....wach bin ich dann wieder durch die Franzosen geworden, die das Frühstück vorbereiteten und duschen gegangen sind - in ähnlicher Lautstärke und Gewühle....egal. Heute geht's in die Stadt. Da gibt es eh keine Ruhe. Dafür schöne Sachen zum Anschauen - die Moschee, die von einer Kathedrale überbaut wurde. Sehr interessant und schön. Also da soll's jetzt hingehen.
Aber erst noch frühstücken. Lustigerweise kam genau an diesem Morgen noch ein Kinderfußballverein vorbei. Was ein Durcheinander. Teddy war fix und fertig von so vielen Menschen und noch dazu Kindern. Wir konnten uns aber in eine Ecke verziehen und das passte dann auch für Teddy.

Da trabt sie gerade ab, die kleine wilde Horde.

Also, dann Zelt abbauen, alles einpacken und weiter geht's.

Die Fahrt war sehr schön. Vorbei an Oliven-, Limonen-, Limonen und Orangenhainen. Weite Sicht in die Ferne, Hitze, aber die Klimaanlage macht es erträglich. So ein schönes Auto - der Polo.

Ist das nicht idyllisch?


Nun aber ab in die Stadt Córdoba!....siehe Teil 2 nächste Woche ;-)


Liebe Grüße und schöne Adventszeit wünschen
stefanie. Kosta & Teddy
















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