Der Countdownn Läuft


Nun läuft er zwar schon ein paar Tage (hier rechts auf dem Blog), und bis wir tatsächlich in See stechen werden dauert's noch, aber irgendwie fühlt es sich für mich immer noch recht irreal an. Wir leben zwar schon auf dem Boot, mit Campingklo und fließend Wasser aus dem Gartenschlauch, aber es schwimmt ja noch nicht im Wasser. (Ergänzung: Seit gestern haben wir fließend Wasser - yippieeehhh.)



Das richtige Boots-Feeling gibt es noch nicht wirklich. Heute haben wir starken Wind. Da steht das Boot eben fest, wie ein Haus. Im Wasser würde es hin und her schaukeln. Nüscht. Und wir haben eine gute Aussicht mit unseren 4,5 bis 5m Höhe. Das gefällt mir. Ich habe mich daran gewöhnt. Ich habe mich sogar daran gewöhnt, täglich die Leiter auf und ab zu steigen, um duschen zu gehen, einkaufen zu gehen oder sonstwas außerhalb des Bootes zu erledigen. 



Ich habe mich daran gewöhnt, kein fließend Warmwasser zu haben und eben im Hafengebäude zu duschen. Das hab ich für mich allein, weil keiner der hier liegenden Schiffseigner auch auf dem Boot lebt. Und hier im Trockendock sind wir auch allein. Sehr angenehm das. Nur am Wochenende kommen die Eigner und basteln und arbeiten an ihren Schätzchen. Tja und wir müssen auch noch recht viel arbeiten. Jetzt ist erstmal die verrostete Ruderstange ersetzt worden. Die war über die Jahre im Wasser eingerostet. Jetzt haben wir eine neue – massives Stahl. So wie alles hier massives Stahl ist. 

Eine kleine Luke im Bad wollten wir haben. Das hat 6 - in Worten sechs – Stunden gedauert. Mit zwei Mann haben sie das Decksstahl durchsägen müssen. Das ist dann die berühmt berüchtigte „Gute deutsche Wertarbeit“!!! fünf Millimeter Stahl an Deck ist sehr ungewöhnlich dick für ein Deck. Dann das Teakdeck noch drüber, das ebenfalls sehr dick und massiv verarbeitet wurde. Die Handwerker haben beeindruckt mit dem Kopf genickt. So etwas haben sie in ihrer 20-30 jährigen Arbeitszeit nicht gesehen. Kosta ist erstmal 3mm gewachsen, seine Brust schwellte ungewöhnlich an :-) 



Das schlägt das Eignerherz doch unweigerlich höher. Und jetzt haben wir endlich Frischluft und Licht in unserem Bad!!! Jetzt kommt noch ein wenig Elektrik (check. geht jetzt auch) und die gesamte Kanalisation (30% da). Jeweils ein Dschungel an Kabeln und Schläuchen. Ach ja, und der Dieselmotor ist ja auch noch an Bord und wartet auf seine Wartung (check. ist auch schon erledigt). Aber darüber ein anderes Mal mehr.

Eure Maschinistin, Stefanie

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