Von Fecamp nach Cherbourg. Da hieß es wieder ungewöhnlich und
ungemütlich früh aufstehen (05:00) für mich (Stefanie).
Aber die Strömung und der Wind warten
nicht auf mich, also hieß es rausrutschen aus meinem warmen
gemütlichen Bett und rein in die „Segelklamotten“. Lange Hose,
Socken und dicken Pulli. Die dicke Jacke und Mütze liegen bereit.
Dann aber doch erstmal wieder tanken. Und es hat geklappt!! Ohnen
einen einzigen Tropfen zu verlieren konnten wir 350 Liter tanken!!!!
Mehr hat die Zapfsäule nicht rausgerückt (Limit 499€). Naja,
besser als nur 50 oder 80 Liter. NUR – wir sind dadurch natürlich
auch schwerer geworden und da noch Ebbe war, haben wir uns ganz
gemächlich in den Sand gesetzt. Tja, so eine blöde Ka....!!! Kosta
hat dann mal den Motor ein wenig bedrängt und langsam, gaaanz
langsam schob sich die IKOKO dann sachte aus dem Schlamm ins Freie.
Mann, was für Schrecksekunden und das so früh am Morgen. Dann also
mit 1 Stunde Verspätung und viel Tiger im Tank Richtung Cherbourg.
Es gab noch etwas Gegenströmung und
der Plotter zeigte 22 Stunden bis zur Ankunft an. Naja, das sind ja
Aussichten. Aber eine Stunde später hatten wir gute 3- 4 Knoten
Strömung mit uns und wir schossen mit guten 7- 8 Knoten nur so dahin
und die Ankunftszeit schmolz auf 7 Stunden zusammen. Ein Hoch auf die Planung. Ich konnte
wieder den Schlaf vom Morgen nachholen und mein persönlicher
Autopilot „Kosta“ hat uns dann die ganze Zeit auf Kurs gehalten.
Hey, wir sind doch schon um 20 Uhr im Hafen. Cool! Tja, da haben wir
die Rechnung wieder ohne unsere Freundin, die Gegenströmung,
gemacht. Kam sie doch wieder und schon wurden aus 6 Seemeilen in 1
Stunde bis nach Cherbourg, mal eben 6 Seemeilen in 4 Stunden. Ganz schön blöd, wenn man den Hafen schon sieht und trotzdem noch so lange braucht.
So wurde es dann kurz nach
Mitternacht, eh wir uns durch das rote, grüne, gelbe,
unterschiedlich blinkende, weiße Straßenlaternen, und Autolichter
machten es nicht einfacher, ach und eine Ampel mischte sich auch
dazwischen, Lichterbojenfeld des Hafens von Cherbourg-Octeville
durchgekämpft hatten und an einem Gästesteg dann endlich mal
längsseits festmachen können. Alles ausgemacht und schlafen gelegt.
Der nächste Tag empfing uns recht
sonnig, das Hafenpersonal nett und auf englisch und die sanitären
Anlagen recht – naja – abenteuerlich. Der Hafen wird gerade
umgebaut, daher sind u.a. die sanitären Anlagen in Containern
ausgelagert. Mir scheint, der Hafen wird schon seit ein paar Jahren
umgebaut....Sauberkeit und Reinigung gehört bei den Franzosen nicht
an oberster Stelle. ABER – immerhin gibt es sie, das Wasser läuft
und läuft auch ab, man hat seine eigenen Kabine und mehr will ich ja
auch nicht, auch wenn man rückwärts rein muss, um dann wieder an
seine Wäsche zu gelangen. 40€ Liegeplatzgebühr rechtfertigen das
aber nicht wirklich. Naja, und für das Wetter können die hier ja
auch nichts. Denn das hat sich nämlich stündlich verschlechtert und
wir haben wieder unseren Elektroofen rausgeholt. 18° im Boot sind
uns dann doch zu kalt!! So haben wir auch nicht viel ansehen oder
besichtigen können, weil es uns einfach zu kalt war. Ja, wir sind
halt auch etwas faul. Wir können uns noch immer nicht so recht
entscheiden, ob wir jetzt Urlaub haben, oder doch noch viel am Boot
arbeiten sollen. Aufgaben gäbe es ja genügend!
Mit unserer Gasflasche sind wir auch
nicht weiter, außer, dass die Franzosen keine Lösung für die
verschiedenen Anschlüsse haben. Ist halt so. Waren wir auch nicht
drauf vorbereitet. Hätten uns aus D sogenannte Euro-Adapter kaufen
sollen. Muss man eben genügend Flaschen mitbringen, oder den
richtigen Adapter. Es lebe die EU – Hauptsache die Bananen haben
den richtigen Krümmungswinkel und die Äpfel die richtige Größe
und das tiefgefrorene Orangensaftkonzentrat die richtige
Fruchtsaftanteil!!!!!
Am Dienstag soll es laut Wetterbericht
günstig für die Kanalinseln werden. Erste Anlaufstelle Alderney,
eine Nacht ankern, danach nach Guernsey. Mal sehen, ob wir da
überhaupt reinkommen. Das Süll vor der Hafeneinfahrt hat 1.50 Wassertiefe bei Ebbe und fällt wohl auch schon mal trocken. Das gibt uns ein sehr kleines Zeitfenster zwei Stunden vor Hochwasser und zwei Stunden danach. Wir haben 2.0 m Tiefgang und sind gespannt. Wir hoffen, dort endlich unsere Gasflasche wieder
auffüllen zu können und einen Menschen zu finden, der unseren Kompass neu kalibiriert. Der ist uns nämlich
„durchgedreht“.
In Fecamp haben wir übrigens die "Schnappsbrennerei" von Bénédictine besucht. Sehr interessant und sehr geschichtsträchtig. Am Ende gab es eine Probe (hicks). Das hätte einigen unserer Freunde bestimmt gefallen (gell, Sascha?).
Wir überlegen uns im Moment nach wie vor, ob wir über die Biscaya segeln sollen, oder innen entlang. Tendenziell steht gerade die Überquerung als Favorit ganz oben. Wir haben nämlich die Schnauze voll von den ganzen Strömungen und Tiden, die unser Segelleben diktieren. Das Wetter tut sein übriges dazu. Cherbourg gerade jetzt (08:00): 13 Grad. A Coruna in Nordspanien knapp 30 Grad (tagsüber).
Liebe Grüße aus dem Segelurlaub im Englischen Kanal.
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