Am 11. November ist St. Martinstag in Portugal. An diesem Tag beginnt auch der Verkauf der Maronen oder Maroni oder Kastanien oder aber auch Keschtn (Südtirol). Überall in der Stadt stehen nun die Maronihändler. Die schauen scheinbar überall gleich aus. Etwas älter und zerknittert. Passt ins Straßenbild von Portimao. Es dampft und duftet und scheinbar schmecken die Maroni hier anders. Zumindest besser als drüben in Spanien. Das haben wir von einer Portugiesin erfahren. Denn auch die Orangen und Fische schmecken hier besser als drüben in Spanien. Überhaupt sei alles viel besser hier... zumindest was die Küche anbelangt - sagt sie, die Portugiesin.
Zwei Wochen lang gab es hier die "Feira de São Martinho em Portimão". Das konnte man bis hier her in die Marina hören. Außerdem hat es uns Lulu erzählt, unser französischer Nachbar. Mit ihm und seiner Frau Francoise waren wir schon mal Muscheln kaufen. Lulu kocht nämlich gerne und alles was mit Essen zu tun hat... da weiß er Bescheid. Was anderes erwarten wir von Franzosen auch nicht, oder?
| ältester Maronigriller Portugals? Er ist jedenfalls schon ziemlich alt. |
Zwei Wochen lang gab es hier die "Feira de São Martinho em Portimão". Das konnte man bis hier her in die Marina hören. Außerdem hat es uns Lulu erzählt, unser französischer Nachbar. Mit ihm und seiner Frau Francoise waren wir schon mal Muscheln kaufen. Lulu kocht nämlich gerne und alles was mit Essen zu tun hat... da weiß er Bescheid. Was anderes erwarten wir von Franzosen auch nicht, oder?
| Schuhe, Schuhe, Schuhe - soweit das Auge reicht. Und alle irgendwie ähnlich und ähnlich günstig :-) gegenüber lagen die passenden Handtaschen aus. |
Letzten Sonntag war dann der letzte Tag der Messe und wir mussten doch einfach mal hingehen. Was wir dann sahen, entsprach nicht wirklich einer Messe, auf der man regionale Produkte kaufen konnte. Vielmehr war es ein kleines Oktoberfest. Dem Lärm entsprechend nämlich. Ein bisserl Messe gab es dann schon. In der Messehalle standen ein paar neue Autos rum. Interessiert hat sich dafür aber niemand so wirklich.
| Lecker Striezn oder Auszogne |
| Die fleißigen Maronigrillerinnen. Übrigens die Tüten wurden aus alten "Gelbe Seiten Büchern" gefertigt. Das nenn ich mal ordentliches Recyclen!!! |
Dafür fanden die Stände mit Süßigkeiten (die waren schon sehr lecker), Schuhe (aus China mit berühmten Markennamen) und Klamotten, besagte Kastanien und Fahrgeschäfte einen unglaublichen Anklang. Die Schausteller jammerten und schrien in ohrenbetäubender Stimme, ihre Ware anpreisend. 5 Euro für Markenschuhe, 10 Euro für fast echte Handtaschen. Käufer schrien um die Wette mit, um ja nicht das letzte Schnäppchen zu verpassen. Kinder heulten, Männer standen verzweifelt, apathisch und mit aufgerissenen Augen am Rande des Geschehens... und die Mutigen mitten drin. Die hatten dann aber schon Schweißperlen auf der Stirn. Immer mit der Geldbörse in der Hand, bereit die Käufe der Frauen zu bezahlen und in der Hoffnung, dass alles bald vorbei sei. Rauch von den gerösteten Kastanien und Tintenfischen waberte durch die engen Gänge... links und rechts vollgestopft mit der besten Ware der Welt. In einiger Entfernung hörte man noch mehr Krach. Die Fahrgeschäfte. Looping und Co.
Wir kämpften uns durch die Massen an kauflustigen Frauen, schreiender Kinder, apathischer Väter und dem beißenden Rauch der Kastanienröstereien. Der Lärm wuchs nochmals an. Zwischen den Fahrgeschäften waren es nun die Kinder die sich schreiend überboten. Unterstützt wurden sie durch ihre Väter, die wieder auflebten und die engen Gassen des Konsums überlebt hatten. Die Ansager der Fahrgeschäfte schrieen auch... einer lauter als der andere. Ohrenbetäubende Musik in verschiedene Stilen, sound-unterstütztes Pfeifen, Rumpeln und Zischen der Fahrgeschäfte.
Wir kämpften uns durch die Massen an kauflustigen Frauen, schreiender Kinder, apathischer Väter und dem beißenden Rauch der Kastanienröstereien. Der Lärm wuchs nochmals an. Zwischen den Fahrgeschäften waren es nun die Kinder die sich schreiend überboten. Unterstützt wurden sie durch ihre Väter, die wieder auflebten und die engen Gassen des Konsums überlebt hatten. Die Ansager der Fahrgeschäfte schrieen auch... einer lauter als der andere. Ohrenbetäubende Musik in verschiedene Stilen, sound-unterstütztes Pfeifen, Rumpeln und Zischen der Fahrgeschäfte.
Könnt ihr euch diesen Wahnsinn vorstellen? So etwas hatten wir bis dahin noch nicht erlebt. Und wir kennen ja die Wies'n gut! Sehr erstaunlich, weil wir immer dachten die Portugiesen wären ruhig und schwermütig. Nicht hier und heute und 14 Tage lang. Wir durften genau das Gegenteil von Schwermut erleben. Auch mal ganz nett und irgendwie hat es die Portugiesen noch ein wenig sympatischer gemacht. Lange ausgehalten haben wir es aber trotzdem nicht.
| Die Oktopuss-Griller. Ganz große Spezialität. Haben wir uns aber nicht getraut zu essen. |
Wir haben dann noch ein paar Käse-/Schinkenstände gefunden und mit dem frisch erstandenen Käse und Schinken unseren Kühlschrank vollgemacht. Weil der Käse hier... der ist richtig gut und kostet nicht viel. Ein paar Kilo getrocknete Feigen haben wir auch erstanden. 4 Euro das Kilo. Da kann man nichts sagen. Wieder um ein Erlebnis reicher, sind wir dann erschöpft zum Boot zurückgekommen und haben uns erstmal entspannt.
Hier gibt es ein kleines Bewegtbild zum Geschehen. Vielleicht gibt euch das einen Eindruck über den Lärmwahnsinn. Mmhhh. Vielleicht sind wir Lärm aber auch nicht mehr gewohnt?:
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