Urlaub In Den Rias

Die Überfahrt von A Coruña bis nach Muros, die erste Ria – nordspanische Fjorde - war nach allen Strapazen und Erlebnissen, die wir hatten, recht harmlos. Obwohl, am Cap Finisterre war's wieder kabbelig und entweder kein Wind oder starke Böen. Es gab auch wieder was Neues: Nebel. Echt krass. Denn es kamen uns auch prompt zwei Segelboote recht nahe entgegen. In einem Affenzahn.

Segelboot kommt aus dem Nebel. 




Die hatten den Wind nämlich von hinten bzw. von der Seite und hatten noch einige Seemeilen vor sich. Aber auch der Nebel lichtete sich wieder – zum Glück – und so kamen wir ganz entspannt in der Ria an, schauten hierhin und dorthin und entschieden uns dann für die zweite Bucht und freuten uns auf ein entspanntes Leben auf dem ankernden Boot. Und je weiter wir in die Bucht kamen, desto schöner wurde sie. Und der Wind, der uns hier hineinwehte wird schon weniger werden. Pustekuchen! Vier Tage Wind mit bis zu Böen von 30-35 Knoten!!! Nicht schön. Der Anker hält - beruhigendes Gefühl. Hält er auch wirklich? Kosta stieg dann immer mal wieder aus dem Bett oder dem Cockpit – je nach Tageszeit – und prüfte den Anker, unsere Position, die der anderen Boote und fluchte gen Himmel, dass der Wind doch endlich mal aufhören solle! Und das als Segler – tse. Schon verrückt, die Welt, nicht wahr? Es ist dann tatsächlich etwas weniger Wind geworden und wir werden im Dinghy auf der Fahrt vom Boot zum Festland und zurück nicht vollends nass gespritzt.



Der Ort Muros ist wirklich sehr nett, ein schönes kleines spanisches Fischerörtchen, das sich anschickt moderner und neuer zu werden. Viel wurde und wird gebaut, eine schöne Markthalle, nette Plätze und kleine Bars. Sogar ein richtiger Hafen für Segel- und Motorboote existiert seit 2012.


Einer der vielen kleinen Plätze mit Tapas Bars in Muros




Typische Gasse in Muros

Die Markthalle, wo es jeden Tag Obst, Gemüse, Fisch, etc. gibt. 

Hier gibt es wirklich viele Schnäppchen. Die Preise sind unverschämt günstig. 



Leider dürfen Dinghys der Ankerer dort nicht parken und auch die sanitären Anlagen nicht von uns genutzt werden. Auch gibt es sonst wenig Anlegemöglichkeiten. Das ist blöd, wo doch die Bucht ein ausgewiesenes Ankerareal ist.


Unser Beiboot "kooki" links an der Mauer




Also, wenn ich dort wohnen würde, würde ich Waschmaschinen und Duschen für die Ankerer einrichten und pflegen und schön herrichten. Wäre doch eine nette Nebeneinnahme, oder? So, wie die Firma Sanifair auf den Autboahnraststätten, nur in Häfen. Tolle Geschäftsidee find ich. Wer hat Lust???? :-)))) Idee ist geschenkt!! :-))


Viel Information gibt es hier (noch) nicht. 

Viel zu sehen gibt es hier nicht, außer man will unbedingt nach Santiago de Compostela (ca. 70km entfernt und mit einem Bus zu erreichen)– was wir nicht wollen oder ein - zwei Petrogryphen anschauen. Aus der Steinzeit geritzte Zeichen. Auch das wollen wir nicht. Sind noch zu faul für solche Erkundungen :-) Kann man sich auch im Internet schön anschauen :-)

Naja, und schön Tapas kann man hier essen, Formel 1 zum Mittagessen anschauen und ein wenig an der Promenade entlang flanieren. Freitags ist dort Markt – haben wir verschlafen. Und über die Woche verteilt gibt es immer wieder die Kanonenschläge oder Feuerwerke.

Seltsame Veranstaltungen. Mascletas heißen die – soweit hab ich das schon recherchiert – aber wofür genau oder warum genau diese Feuerwerke veranstaltet werden, haben wir noch nicht herausgefunden. Wir forschen weiter und werden berichten. Oder vielleicht weiss es ja einer unserer Leser????

Nun, diese Eigenart wird uns ja noch ein Weilchen begleiten, da wir die nächsten Tage noch bis Baiona segeln und dann ist ja schon Portugal da. Was freuen wir uns auf Lissabon!!! Aber vorher noch eine andere Ria, dann Baiona, gefolgt von Porto. Mal sehen, was uns da noch alles erwartet.

Bis dahin versuchen wir uns endlich mal ein wenig spanisch anzueignen, um uns wenigstens mal gescheit ein Essen bestellen zu können. Guten Tag und Danke reicht da einfach nicht aus.

Also, Chao und hasta luego
stefanie. & Kosta






PS: Ach ja, und im Hafenbecken sind wir dann von einem komischen Dänen angepflaumt worden, dass wir sein Dinghy „zugeparkt“ hätten und er nicht mehr an seines gekommen wäre. Und wir Deutschen benehmen uns ja immer, als würde uns die Welt allein gehören und er kennt mit Ausnahme von 1-2 nur unfreundliche Deutsche! Hat man sowas schon mal gehört? Wir wußten gar nicht, wie uns geschah, denn unsere Leine war lang genug und er mußte sein Dinghy halt herumziehen und weil Ebbe war, ist das an der langen Leine numal etwas schwieriger. Es gab zwar ausreichend Leitern, an denen wir hätten festmachen können, aber hallo? Der sollte mal in Alderney festmachen oder in Guernsey


Dinghy Dock in Alderney. Der Trick. Man läßt genau Leine beim Festmachen, so dass andere sich auch noch festmachen können, oder eben ihr Beiboot wieder heranziehen können. 



Seltsamer Typ, dieser Däne. Und ich dachte immer „Dänen lügen nicht“ :-)
Ach, wir haben sein Problem nicht verstanden und es ihm auch so gesagt. Und außerdem hat es nichts mit der Nationalität zu tun. Das Problem lag wohl einfach an ihm selbst. Auch das haben wir ihm gesagt. Hab mich HINTERHER wahnsinnig aufgeregt, hab mich innerlich gerechtfertigt, aber ich weiß, dass es sein Problem ist. Nicht unseres. Aber wir haben es abbekommen. Das macht mich immer fertig. Blöd sowas.

Ich überlege dann immer, was würde denn ein Buddhist in dieser Situation sagen, oder ein anderer alter erfahrener Mensch? Wahrschienlich würde der ihm nur einen Spiegel vor's Gesicht halten :-)
Und für uns ist es ein Übung zur Gelassenheit. Beim nächsten mal sind wir dann entspannt und laden denjenigen vielleicht auch zum Essen ein, so dass wir zeigen können, dass Deutsche auch nett sein können. :-))))


Eure Maschinistin

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