Sind wir jetzt Digitale Nomaden?

Habt ihr euch mal gefragt, warum wir hier in Portimão, Portugal sind und bleiben? WIR AUCH. Portimão ist nun nicht unbedingt schön, sehr touristisch - auf die blöde Art.

Hier sieht man den touristischen Teil von Portimao. Strand mit hohen Häusern dahinter. Weiter hinten sieht man die Marina. Wir "wohnen" übrigens im linken Hafenbecken. Jetzt ist der Strand leer. Keine Liegen und nur ein paar Surfer und Strandläufer.


Die Marina hier ist ganz ok. Eine Hotel/Hafenkombination mit einigen Restaurants und Shops. Der lange und breite Sandstrand ist nur ein paar wenige Minuten entfernt. Da tummeln sich im Sommer die Urlauber auf Liegen, die Waterbikes im Wasser, Fallschirmfliegen und alles was man hinlänglich aus dem schlechten Massentoursimusprospekt zu kennen glaubt.

Die Marina Portimao. Eigentlich ganz nett. Sehr weitläufig. Leider können wir die Annehmlichkeiten des Hotels nicht nutzen. Pool, Sauna, Fitness... schon blöd irgendwie. Sind nämlich fast keine Gäste da. 


Hinter dem Strand ragen häßliche und in die Jahre gekommene Hochhäuser. Hotels und Ferienwohnungburgen. Links und rechts von Portimao findet man das, was man als "die Algarve" kennt. Vom Boot aus wunderschön anzusehen. Höhlen, Villen, kleine Strände und Felsen in atemberaubenden Formationen und Farben. Das ist schon mal gut so. Ein Fluchtpunkt, denn wir haben ja ein Boot.

Ein ganz anderes Bild dann die eigentliche Stadt Portimão. Um dort hinzukommen laufen wir die Flußmündung entlang vorbei am Terminal für Kreuzfahrtschiffe. Eine halbe Stunde brauchen wir dafür. Dann fängt man langsam an zu erkennen, dass es hier wirklich eine Stadt gibt. Die verdient nun leider auch nicht das Prädikat "Weltkulturstadt". Im Gegenteil. Auf den ersten Blick wirkt alles sehr heruntergekommen. In der Stadt selbst gibt es fast nichts für Urlauber. Und genau das ist dann irgendwie doch wieder wunderbar. Diese Stadt lebt noch - im Gegensatz zu vielen anderen Touristenorten an der Algarve.

Portimao downtown. Ein paar nette Gassen gibt es schon. Das ist allerdings alles sehr "übersichtlich". 


Nun fragt ihr euch, warum wir den ganzen Winter über hier bleiben? Das haben wir uns auch lange gefragt. Schließlich haben wir ein Boot, wir können überall hin und bestimmt gibt es schönere Orte als diesen.

Der Grund ist letztendlich ganz banal: Wir wollen Geld verdienen. 

Die Marina Portimao ist eine der wenigen Marinas, in der wir high speed-Internet haben. Der Flughafen ist nicht weit weg, geschützt vor Wind und Wetter sind wir hier auch (relativ) und die Gebühren pro Monat sind vergleichsweise günstig. Vom Wetter ganz zu schweigen. Jetzt um 8 Uhr morgens haben wir 15 Grad und meistens scheint die Sonne. Und das alles Ende November. Cool. 

So bleiben wir hier und werden wahrscheinlich ab Januar vom Boot aus an ein oder zwei Projekten arbeiten. Das Geld können wir gebrauchen, weil wir einige Dinge am Boot ergänzen möchten.

Lisa hat uns letzte Woche besucht. Essen kann man hier in Portugal schon recht gut. 


Da stellen sich dann schon einige die Frage, was es denn mit dem Fahrtensegeln auf sich hat. Palmen, türkisblaues Wasser, ständig Urlaub? Warum segelt ihr nicht einfach weiter? Ankern kostet doch nichts und das bischen Geld für Lebensmittel? So oder so ähnlich lauten die Fragen, die wir meistens per eMail bekommen. 

Ja und nein. Unsere Reise war von Anfang an nicht als Urlaub geplant. Wir wollten einfach mal ein neues Lebenskonzept ausprobieren. Wir hätten wahrscheinlich noch ein paar Jahre weiter arbeiten können. Am Schreibtisch sitzend, in Flugzeugen fliegend von Termin zu Termin. Dann sorgenlos in der Weltgeschichte umhersegelnd. Für ein paar Jahre bestimmt. 

Das ist es aber nicht. Die Welt kennenlernen, mal länger als die übliche Woche an einem Ort zu bleiben, sich zu Hause fühlen, Einheimische als Freunde zu finden, zu arbeiten... und wenn es am schönsten ist, dann wieder weiter.... mit unserem schwimmenden Heim. Das ist es, was wir wollen. Wie cool ist es denn, über ein halbes Jahr im Süden von Portugal zu "wohnen". Wir lernen das Land kennen, wir fahren herum, lernen neue Dinge und interessante Menschen kennen. 

Sind wir jetzt Digitale Nomaden?

Es gibt übrigens auch eine Definition -oder sagt man besser einen Begriff ???- wie man dieses Lebenskonzept nennt. Das haben wir Anfang des Jahres zufällig herausgefunden. Heutzutage nennt man das DIGITAL NOMADS. Wenn man danach googelt, findet man erstaunlich viel. Es gibt auch einen interessanten Blog von Mish und Rob. Wenn euch das interessiert, dann findet man dort sehr viel Informationen und sogar zwei Bücher, die die Beiden geschrieben haben. 

Hinlänglich definiert sich das Ganze als "location independent lifestyle business". Meistens wird vorausgesetzt, dass man mit seinem Computer, Skype und Co. von überall auf der Welt arbeiten kann und auch ein Mikro-Geschäft gründen kann. Aber nicht nur Arbeit vom Computer aus ist möglich. Schreiner, Maler, Automechaniker, Hotelleute... in fast allen Berufen kann man weltweit irgendwie und irgendwo eine Geschäftsidee realisieren. 

Lest euch mal in das Thema rein. Das ist wirklich sehr spannend und eine echte Alternative zum "location dependent" lifestyle, den die meisten von uns haben. Also von Montag bis Freitag zu arbeiten, 4- 8 Wochen Urlaub im Jahr und das bis man in Rente geht. 

Wir sind sehr auf eure Reaktionen zum Thema "Digitale Nomaden" gespannt. Lasst uns wissen, was ihr denkt. Viele Grüße von der Algarve. Kosta & Stefanie

1 Kommentar :

  1. Hallo,
    ich habe mich jetzt durch euren Blog durchgelesen, war richtig fesselnd! Blöd ist das mit dem Motor wirklich!!! Ich möchte auch bald auf eine längere Reise gehen. Bei YourOffice werde ich mir ein virtuelles Büro einrichten und dann solls los gehen, am liebsten gleich. Realistisch im Oktober :) Muss arbeitstechnisch noch einige Sachen klären. Ich freu mich! Liebste Grüße, Jana

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